Klimaschutz-Teilkonzepte untersuchen im Gegensatz zu einem integrierten Klimaschutzkonzept nur einen Teilbereich. Das BMUB fördert derzeit Klimaschutz-Teilkonzepte zu folgenden Themen:

 

  • Klimagerechtes Flächenmanagement

    Mit dem Teilkonzept „Klimagerechtes Flächenmanagement“ soll eine Entscheidungsgrundlage für die Innenentwicklung und das Flächenmanagement der Kommunen erarbeitet werden. Hierbei werden Auswirkungen auf das Klima berücksichtigt, die sich aus der Flächennutzung ergeben (Klimaschutz). Gleichzeitig werden lufthygienische und stadtklimatische Anforderungen an die Flächennutzung formuliert, die aufgrund erwarteter Klimaveränderungen erforderlich werden (Klimaanpassung).

    Das Teilkonzept soll somit ermöglichen, auf lokaler Ebene Synergieeffekte und Zielkonflikte zu erkennen und auf Probleme zu reagieren. Entsprechende Maßnahmen können Frischluftschneisen und Grünflächenbereiche in den Innenstädten und der Erhalt potenzieller Rückhalte- und Überflutungsflächen im Außenbereich sein.

    Im Teilkonzept „Klimagerechtes Flächenmanagement“ ist vorgesehen, alle flächen- und nutzungsrelevanten Daten zu berücksichtigen, die für kommunale Entscheidungen über siedlungsstrukturelle Veränderungen benötigt werden. Insbesondere sollen alternative Flächen- und Nutzungsoptionen hinsichtlich ihrer potenziellen Auswirkungen auf das Stadtklima bzw. das Makroklima betrachtet werden (z.B. Flächeninanspruchnahme und Nutzungsintensitäten). Es gilt, die klimarelevanten Auswirkungen von alternativer Flächenentwicklung rechtzeitig zu erkennen, um den Anstieg von CO2-Emissionen sowie die Erschwerung der Klimaanpassung durch siedlungsstrukturelle Veränderungen zu vermeiden.

    Förderquote: i.d.R. 50% der zuwendungsfähigen Kosten

 

  • Anpassung an den Klimawandel

    Bei diesen Teilkonzepten soll zunächst die Beeinflussung der kommunalen Systeme durch das Klima identifiziert und Prioritäten in kommunalen Handlungsfeldern gesetzt werden. Hierzu soll eine Gesamtstrategie gebildet und ein Maßnahmenkatalog zur Umsetzung durch die kommunalen Handlungsmöglichkeiten aufgestellt werden. Zudem sollen relevante Akteure identifiziert und beteiligt werden. Durch ein Controlling-Konzept soll der Umsetzung Nachdruck verliehen werden, und durch eine Konzept zur Öffentlichkeitsarbeit die Bürger zu Klimaschutzaktivitäten animiert werden.

    Förderquote: i.d.R. 50% der förderfähigen Kosten

 

  • Innovative Klimaschutz-Teilkonzepte

    Klimaschutz-Teilkonzepte können auch für andere klimarelevante Bereiche oder innovative, klimaschützende Maßnahmen eingereicht werden. Diese innovativen Klimaschutz-Teilkonzepte werden im Rahmen einer Einzelfallprüfung bewertet. Geradebei diesem Teilkonzept sollen die Antragsteller neue Ideen/Bedürfnisse aufzeigen und darstellen, wie sie auf kreative Weise CO2-Emissionen einsparen können. Die vorgeschlagenen Maßnahmen zur CO2-Einsparung dürfen nicht über die bereits angebotenen Teilkonzepte abgedeckt werden.

    Förderquote: i.d.R. 50% der förderfähigen Kosten

 

  • Klimaschutz in eigenen Liegenschaften

    Ziel eines Teilkonzepts „Klimaschutz in eigenen Liegenschaften“ ist es, eine langfristig angelegte Entscheidungsgrundlage und ein Steuerungsinstrument (Klimaschutz-Management) zu entwickeln, mit denen die Treibhausgas-Emissionen und Energiekosten der kommunalen Liegenschaften dauerhaft gesenkt werden können.

    In drei Bausteinen werden detaillierte Einspar- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen potenziale ermittelt.

    • Baustein 1: Emanagement

      Gefördert werden in der Regel 400€ pro Gebäude

    • Baustein 2: Gebäudebewertung

      Voraussetzung für eine Förderung ist die Etablierung eines Klimaschutz-managements, sowie Baustein 1.

      Gefördert werden 800€ für Gebäude bis 1.000m², 1.400€ für Gebäude bis 3.000m² und 2.000€ für Gebäude über 3.000m² Bruttogeschossfläche.

    • Baustein 3: Feinanalysen

      Baustein 3 beinhaltet für eine beschränkte Anzahl von Gebäuden eine detaillierte Analyse zur Festlegung konkreter Sanierungsmaßnahmen (für maximal 15 % des beantragten, zu untersuchenden Gebäudebestands, allerdings nicht mehr als 10 Gebäude). Bei der Maßnahmenfestlegung ist die Zielsetzung des Niedrigstenergiehaus-Standards für die Gebäude spätestens bis zum Jahr 2050 zu berücksichtigen.

      Gefördert werden 2.000€ für Gebäude bis zu 1.000m², 3.000€ für Gebäude bis zu 3.000m² und 4.000€ für Gebäude über 3.000m² Bruttogeschossfläche.

       

  • Klimafreundliche Mobilität in Kommunen

    Klimafreundliche Mobilitätskonzepte zielen darauf, die verkehrsbedingten Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren und die Mobilität aller Bevölkerungsgruppen zu sichern. Sie befassen sich mit allen Verkehrsmitteln, insbesondere aber mit Fuß- und Fahrradverkehr sowie öffentlichem Personennahverkehr (ÖPNV), Car-Sharing-Angeboten und dem motorisierten Individualverkehr. Wesentliche Funktion der Konzepte ist es, die Verkehrsplanung unter dem Gesichtspunkt des Klimaschutzes weiterzuentwickeln und Maßnahmen zu initiieren, die die Bürgerinnen und Bürger zu einer klimafreundlichen Verkehrsmittelwahl motivieren.

    Förderquote: i.d.R. 50% der förderfähigen Kosten

 

  • Teilkonzept Klimaschutz in Industrie- und Gewerbegebieten

    Während Unternehmen auf einzelbetrieblicher Ebene vielerorts bereits zu Klimaschutz und nachhaltigem Wirtschaften beitragen, werden diesbezügliche Kooperationspotenziale vor Ort vielfach noch nicht genutzt. Ziel eines Teilkonzepts „Klimaschutz in Industrie- und Gewerbegebieten“ ist es daher, die Potenziale für überbetriebliche Klimaschutzaktivitäten und Kooperationen im nachhaltigen Wirtschaften in bestehenden Industrie- und Gewerbegebieten zu analysieren und geeignete Umsetzungsmaßnahmen zu identifizieren.

    Die zuwendungsfähigen Brutto-Ausgaben für fachkundige Dritte sind in der Regel beschränkt auf:

    • Maximal 10.000 Euro für Industrie- und Gewerbegebiete mit mindestens 100 bis 500 Beschäftigten
    • Maximal 20.000 Euro für Industrie- und Gewerbegebiete mit 501 bis 2.000 Beschäftigten
    • Maximal 30.000 Euro für Industrie- und Gewerbegebiete mit 2.001 bis 5.000 Beschäftigten
    • Maximal 50.000 Euro für Industrie- und Gewerbegebiete mit über 5.000 Beschäftigten.

       

  • Erneuerbare Energien

    „Erneuerbare-Energien-Konzepte“ untersuchen in einem räumlich abgegrenzten Gebiet, welche erneuerbaren Energieträger verfügbar und unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit wirtschaftlich nutzbar sind. Die Konzepte müssen Energieeffizienz, den schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen und den Naturschutz berücksichtigen.

    Alle relevanten Akteure sind bei der Entwicklung des Konzepts einzubeziehen, um die verschiedenen wirtschaftlichen und sozialen Interessen vor Ort in Ausgleich zu bringen.

    Die zuwendungsfähigen Brutto-Ausgaben für fachkundige externe Dritte sind in der Regel beschränkt auf:

    • Maximal 10.000 Euro für Kommunen mit bis zu 5.000 Einwohnern
    • Maximal 20.000 Euro für Kommunen mit 5.000 bis 10.000 Einwohnern
    • Maximal 30.000 Euro für Kommunen mit 10.000 bis 30.000 Einwohnern
    • Maximal 40.000 Euro für Kommunen mit 30.000 bis 50.000 Einwohnern

       

  • Integrierte Wärmenutzung in Kommunen

    Konzepte zur integrierten Wärmenutzung stimmen die unterschiedlichen Energieträgerangebote mit den verschiedenen Wärme- und Kältebedarfen in einer Kommune in klimaschützender Weise aufeinander ab. Wärmenutzungskonzepte geben eine Übersicht über die Nutzungsmöglichkeiten der Kraft-Wärme-Kopplung, erneuerbarer Energien und industrieller sowie sonstiger Abwärme und sind die Basis für eine strategische Wärme- und Kälteversorgungsplanung der Kommune unter ökologischen Gesichtspunkten.

    Die zuwendungsfähigen Brutto-Ausgaben für fachkundige externe Dritte sind in der Regel beschränkt auf:

    • Maximal 10.000 Euro für Kommunen mit bis zu 5.000 Einwohnern
    • Maximal 20.000 Euro für Kommunen mit 5.000 bis 10.000 Einwohnern
    • Maximal 30.000 Euro für Kommunen mit 10.000 bis 30.000 Einwohnern
    • Maximal 40.000 Euro für Kommunen mit 30.000 bis 50.000 Einwohnern

       

  • Green-IT-Konzepte

    Konzepte zur nachhaltigen Nutzung von Rechenzentren (NNR) analysieren die Stromeinsparpotenziale von Rechenzentren und angeschlossenen Endnutzergeräten. Durch eine ganzheitliche energetische Optimierung von Servern, Speichern, dem Netzwerk, der Klimatisierung, der unabhängigen Stromversorgung sowie der Endgeräte kann der Strombedarf um teilweise über 50 % reduziert werden.

    Förderquote: i.d.R. 50% der förderfähigen Kosten

 

  • Klimafreundliche Abfallentsorgung

    Ziel eines Teilkonzepts „Klimafreundliche Abfallentsorgung“ ist es, eine Entscheidungsgrundlage und ein strategisches Planungsinstrument zu entwickeln, mit denen Treibhausgaseinsparungen im Siedlungsabfallbereich erreicht werden können. Einsparpotenziale im Entsorgungsweg können unabhängig von der grundsätzlichen Notwendigkeit der Abfallreduzierung z.B. durch folgende Veränderungen im Siedlungsabfallbereich erreicht werden:

    • Optimierung der Abfallsammlung inkl. Steigerung der getrennten Erfassung von Wertstoffen (insbesondere Bioabfall und Grünabfall aus Haushalten und aus der Landschaftspflege).
    • Optimierung bestehender Anlagen zur Abfallbehandlung (z.B. durch Effizienzsteigerung durch technische Maßnahmen, Nachrüstung anaerober Stufen bei Kompostierungsanlagen oder mechanisch-biologischen Behandlungsanlagen, optimierte Betriebsführung etc.).
    • Steigerung der Verwertungsmöglichkeiten von Wertstoffen wie z.B. Erschließung und Verwertung regionaler, bislang ungenutzter holziger und krautiger Grünabfälle und Landschaftspflegereste.

    Zusätzlich zu den übergeordneten Inhalten des Konzepts können folgende Bausteine untersucht werden:

    • Optimierung von Müllverbrennungsanlagen.
    • Einsatz geeigneter Technologien zur Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen (THG) bei stillgelegten Siedlungsabfalldeponien.

    Dadurch sollen einerseits Treibhausgasminderungen durch die Verbesserung der Entsorgungstechnologien erreicht, andererseits weitergehende Emissionsreduktionen durch eine kombinierte stofflich- energetische Verwertung angeregt werden.

    Gefördert werden bei 20.000 Einwohnern bis zu 20.000€ und bei 20.000 bis 100.000 Einwohnern bis zu 30.000€, bei 100.000 bis 500.000 Einwohnern bis zu 40.000€ und bei mehr als 500.000 Einwohnern bis zu 50.000€.

    Die zuwendungsfähigen Ausgaben für die Optimierung von Müllverbrennungsanlagen betragen maximal 20.000€.

 

  • Einsatz geeigneter Technologien zur Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen bei stillgelegten Siedlungsabfalldeponien

    Mit diesem Teilkonzept werden im Rahmen einer Potenzialanalyse die spezifische Ausgangssituation einer stillgelegten Siedlungsabfalldeponie sowie die technisch und wirtschaftlich umsetzbaren CO2-Minderungspotenziale durch geeignete Verfahren analysiert.

    Die zuwendungsfähigen Brutto-Ausgaben für fachkundige externe Dritte sind in der Regel beschränkt auf: 20.000€.

 

  • Klimafreundliche Trinkwasserversorgung

    Ähnlich wie bei den Kläranlagen bzw. in der Abwasserentsorgung ist auch die Trinkwasserversorgung mit einem hohen Energieaufwand verbunden. Ziel des Teilkonzepts ist es, eine Entscheidungsgrundlage und ein strategisches Planungsinstrument zu entwickeln, mit denen die Treibhausgas-EMissionen und Energiekosten der Trinkwasserversorgung dauerhaft gesenkt und optimiert werden können. Förderfähig ist demnach eine Untersuchung ganzheitlicher Optimierungsmöglichkeiten der Trinkwasserversorgung.

    Die zuwendungsfähigen Brutto-Ausgaben für fachkundige Dritte sind in der Regel beschränkt auf insgesamt 50.000€ pro Wasserversorgungsunternehmen. Konkrete Planungsleistungen sind nicht förderfähig.

  • Klimafreundliche Abwasserbehandlung

    Kläranlagen gehören mit durchschnittlich 20 % des kommunalen Strombedarfs zu den größten Stromverbrauchern innerhalb der kommunalen Einrichtungen und bieten gute Ansatzpunkte für Energieeinsparungen und die Nutzung von Erneuerbaren-Energien-Potenzialen. Daher ist es das Ziel eines Teilkonzepts „Klimafreundliche Abwasserbehandlung“, eine Entscheidungsgrundlage und ein strategisches Planungsinstrument zu entwickeln, mit denen die Treibhausgas-Emissionen und Energiekosten der Abwasserreinigung dauerhaft gesenkt werden können.

    Die zuwendungsfähigen Brutto-Ausgaben für fachkundige externe Dritte sind in der Regel beschränkt auf:

    • Maximal 25.000 Euro für Kläranlagen bis Größenklasse 4 (10.000 – 100.000 EW)
    • Maximal 40.000 Euro für Kläranlagen bis Größenklasse 5 (über 100.000 EW)

       

 

Klimaschutz-Teilkonzepte können auch von Kommunalverbünden beantragt werden. Zudem können Klimaschutz-Teilkonzepte Grundlage für Folgeförderungen sein, die vom BMU in Anspruch genommen werden können.

Weitere Informationen finden sich auf den Internetseiten des BMU und PTJ:

Anschauliche Informationsbroschüren finden Sie auf der Themenseite des BMUB:

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