ems

Für die am Energiecoaching teilnehmenden Kommunen wurde eigens ein Energiemanagementsystem (EMS) entwickelt, das den Kommunen auch nach dem Energiecoaching zur Verfügung steht. Neben den Energieverbräuchen kann dort auch der jährliche Wasserverbrauch überwacht werden. Das Energiemanagement-Tool kann mit jedem Tabellenkalkulationsprogramm (bspw. OpenOffice, Excel) angewendet werden. Zusätzliche Lizenzgebühren entstehen dadurch nicht.

Das EMS ist dazu gedacht, dem "Energiemanager" der Kommune ein umfangreiches und umfassendes Energiemanagementsystem an die Hand zu geben und gleichzeitig den Zeitbedarf für das Monitoring der kommunalen Energieverbräuche möglichst gering zu halten. Die jährlichen Energieverbräuche werden zu jeder Liegenschaft detailliert und übersichtlich dargestellt und ermöglichen das Monitoring und das leichte Auffinden besonders hoher Energieverbräuche.


Benchmarking

Das Benchmarkingverfahren ist in das EMS integriert und vergleicht den aktuellen Energieverbrauch zur Wärme- und Strombereitstellung mit dem Vergleichswert, der nach § 19 Abs. 4 EnEV bei der Ausstellung von Energieausweisen für bestehende Nichtwohngebäude zu verwenden ist. Die kommunalen Gebäude werden in diesem Verfahren zunächst den Gruppen des Bauwerkszuordnungskatalogs (BWZK) zugeordnet. Daraufhin wird der spezifische Verbrauchskennwert in den Bereichen Strom- und Wärmebereitstellung ermittelt und mit einem dem BWZK entsprechenden Vergleichswert nach den Bekanntmachungen des Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) verglichen. Da der spezifische Verbrauchskennwert mit einem Vergleichswert der gleichen Gebäudekategorie verglichen wird, wird in diesem Benchmarkingverfahren also auch die gebäudespezifische Nutzungsart berücksichtigt.

 

BenchmarkingKommunaleLiegenschaften

 

Die Verbräuche werden hierzu zunächst witterungsbereinigt, wodurch regionale Witterungseinflüsse aus den Verbrauchsdaten wegfallen. Diese Verbrauchsdaten werden daraufhin mit den Energiebezugsflächen in Relation gestellt. Die Berechnung des spezifischen Energieverbrauchswertes bezieht sich gemäß den Bekanntmachungen des BMVBS auf die Nettogrundfläche. Da der Energieverbrauch in dieser Rechnung der Bezugsfläche in Relation gestellt wird, ergibt sich ein spezifischer Verbrauchskennwert, der in kWh/m²*a angegeben wird. Dieses Verfahren wurde für die beiden Bereiche Strom- und Wärmeverbrauch durchgeführt.

 

Relative Größe
zum Vergleichswert
Kategorie Bedeutung
< 50% gut Der spezifische Verbrauchskennwert der Liegenschaft beträgt weniger als 50% des Vergleichswertes. Der Energieverbrauch ist vergleichsweise gering.
50% bis 110% normal Der spezifische Verbrauchskennwert der Liegenschaft beträgt zwischen 50% und 110% des Vergleichswertes. Der Energieverbrauch liegt im normalen Bereich.
> 110% schlecht Der spezifische Verbrauchskennwert der Liegenschaft beträgt mehr als 110% des Vergleichswertes. Das bedeutet, dass die Liegenschaft hinsichtlich der Vergleichswerte nach BMVBS (2009) und BMVBS (2007) besonders viel Energie benötigt.

 

Die Ergebnisse des Benchmarks kurz erklärt:

Ist der spezifische Verbrauchskennwert in kWh/m²*a im Benchmark grün markiert, bedeutet dies, dass der Energiebedarf im jeweiligen Bereich (Strom bzw. Wärme) der Liegenschaft im betrachteten Jahr vergleichsweise gering ist.

Wurde er orange markiert, liegt er nahe beim Vergleichswert. Hier wird zwar noch kein auffällig hoher Verbrauch festgestellt, jedoch können sich unter Umständen bereits hier Einsparmaßnahmen in relativ kurzen Zeiträumen rechnen.

Wurde der spezifische Verbrauchskennwert jedoch rot markiert, ist das als dringender Hinweis für einen hohen Energiebedarf zu sehen. Es sollte ggf. abgewogen werden, ob eine Ursachenforschung für diesen hohen Energiebedarf eingeleitet wird. Bei einer roten Markierung bestehen in den meisten Fällen sehr hohe Chancen für größere Einsparpotenziale mit kurzen Amortisationszeiten, wenn sich der hohe Verbrauch nicht durch eine andere nutzungsspezifische Ursache erklären lässt.